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Dr. Jochen Knies
Hammerweg 8
83022 Rosenheim
gegenüber Parkhaus P1

:: Haltungs- und Bewegungsmuster bei Wirbelsäulenschmerzen

Wirbelsäulenschmerzen gehen mit veränderten Haltungs- und Bewegungsmuster einher. Diese tragen über verschiedene Mechanismen zur Fortdauer des Schmerzes bei:

  1. a) Die Vorhaltung des Kopfes überlastet die Muskulatur, die von den Schulterblättern zum Kopf zieht. Die Muskulatur wird durch die lange Computerarbeit übersäuert und schmerzt.
     
    b) Das Abknicken der unteren Halswirbelsäule oder der unteren Lendenwirbelsäule führt zu einer Kompression der kleinen Wirbelgelenke. Die Drehbewegung im Auto (HWS) ist kaum noch möglich.
      
  2. a) Die Belastung der Lendenwirbelsäule ohne vorhergehende muskuläre Stabilisierung kann zu Verletzungen der passiven Strukturen führen. Schmerzen treten schon morgens beim Zähneputzen auf, wenn sich der Patient über das Waschbecken beugt.
     
    b) Längeres Stehen oder Sitzen führt zu Schmerzen. Häufig ist dies mit einer Abknickung im Bereich des Überganges der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein verbunden.

Mögliche Lösungen:

  1. a) Häufige Veränderung der Sitzhaltung, z.B. bei jedem Anruf.
    Bewusstes Langmachen der Halswirbelsäule und Stabilisierung der Schulterblätter.
    Kurzes Muskeltraining der Nacken-Schultermuskulatur, um die Durchblutung wiederherzustellen.
     
    b) Halswirbelsäule Skelettmodell. Veranschaulichung einer Drehbewegung der abgeknickten Halswirbelsäule. Die ganze Belastung landet in einem Wirbelsäulensegment. Drehbewegung einer aufgerichteten Halswirbelsäule: Die Drehbewegung wird über die Halswirbelsäule verteilt. Sogar die obere Brustwirbelsäule wird mit einbezogen.
     
     
  2. a) Bilder eines Gewichthebers der eine Last aufhebt. Der Gewichtheber hält die Lendenwirbelsäule stabil und beugt in der Hüfte.
    Üben des korrekten Anspannens der Bauchmuskulatur. Andeuten des Absitzens über einen Stuhl. Die Hüfte wird gebeugt, die Lendenwirbelsäule behält ihre Stellung bei. Die Übung ähnelt einer Kniebeuge und fördert die Kraft der Gesäß- und Oberschenkelmuskulatur.
     
    b) Lendenwirbelsäule: Selbstversuche zur Beckenkippung nach vorne und hinten: Ändert sich die Beckenkippung durch Anspannung der Beckenbodenmuskulatur. Wie verändert sich die Stellung der Lendenwirbelsäule? Erreiche ich eine Stellung, die weniger wehtut?

Nicht immer werden Haltungen bewusst eingenommen, sie können aber bewusst verändert werden. Durch Übungen werden neue automatische Programme erzeugt.  Gelungen ist die Veränderungen dann, wenn die Aussage lautet: "Letzte Woche bin ich von Fahrrad abgestiegen. Und, wenn ich es mir jetzt überlege, es hat gar nicht diesen typischen Stich in meinem Iliosakralgelenk gegeben." Unbewusst, aber erfolgreich wurde das Becken stabilisiert.