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08031/2340780
Dr. Jochen Knies
Hammerweg 8
83022 Rosenheim
gegenüber Parkhaus P1

:: Bildkontrollierte Wirbelsäulentherapie

Bildkontrollierte Injektionen an der Wirbelsäule dienen der Therapie und Diagnostik. Typische Einsatzgebiete sind:
  • die aktivierte Wirbelgelenksarthrose der Hals- und Lendenwirbelsäule 
  • der akute Bandscheibenvorfall mit Schmerzausstrahlung in den Arm oder das Bein
  • anhaltende Rippengelenks"blockierung" der Brustwirbelsäule
  • die Wirbelkanalenge mit einer schmerzhaften Gehstreckenbegrenzung
  • die Therapie des schmerzhaften Iliosakral- und Hüftgelenkes

Die bildkontrollierte Wirbelsäulentherapie wird durchgeführt unter Einsatz eines Bildwandlers. Damit ist die gleichzeitige Darstellung der Wirbelsäulenanatomie und der Medikamentenverteilung möglich. Das Wirbelgelenk oder die Umgebung des Wirbelsäulennervens kann gezielt erreicht werden.

Der Einsatz des C-Bogens führt zu einer Strahlenbelastung von Patient und Arzt. Wiederholte Cortison Injektionen können Nebenwirkungen haben. Deswegen sollte die bildkontrollierte Wirbelsäulentherapie in Kombination mit anderen Maßnahmen durchgeführt. Bei richtiger Indikation ist sie eine sehr effektive Therapieform.

Dr. med. Jochen Knies hat bildkontrollierte Wirbelsäuleninfiltrationen an folgenden Kliniken und Praxen erlernt und durchgeführt: 

  • Kliniken Harthausen Bad Aibling
  • Orthopädische Klinik München Harlaching, Wirbelsäulenzentrum
  • Orthopädische Schmerztherapie München und Diagnoseklinik München 
    Dr. Zanzinger und Dr. Krause

:: Schmerzausstrahlung der Wirbelgelenke am Beispiel der Brustwirbelsäule

Gereizte Wirbelgelenke lösen Schmerzen aus. Die Schmerzmuster der Wirbelgelenke wurden durch Provokationstests an freiwiligen Versuchspersonen untersucht. Unter Bildkontrolle wird die Wirbelgelenkskapsel durch Einspritzung von Kochsalzlösung unter Druck gesetzt. Die Muster des Schmerzes werden von der Versuchsperson aufgezeichnet.

An der Brustwirbelsäule erkennen wir unterschiedliche Muster. Das Wirbelgelenk zwischen dem 1. und 2. Brustwirbel (Th1-2) hat eine großflächige Schmerzausstrahlung in den Bereich zwischen den Schulterblättern. Der Schmerz von Th 5-6 wird direkt unter dem Wirbelgelenk empfunden. Mit dem 11 und 12 Brustwirbel stehen gleich zwei Schmerzflächen - neben der Wirbelsäule und am Beckenkamm - in Verbindung.

Eigene Zeichnung nach:
Fukui S, Ohseto K, Shiotani M. Patterns of pain induced by distending the thoracic zygapophyseal joints. Reg Anesth. 1997; 22:332-6.
Dreyfuss P, Tibiletti C, Dreyer SJ. Thoracic zygapophyseal joint pain patterns. A study in normal volunteers. Spine. 1994; 19:807-11.

Wirbelgelenke sind in bis zu 40% an Wirbelsäulenschmerzen beteiligt. Sie sind allerdings nur in etwa 10% der Fälle die alleinige Ursache der Beschwerden. Dies muss bei der Behandlung berücksichtigt werden.

:: Bandscheibe, Wirbelgelenk und Wirbelsäulennerv

Die Beweglichkeit der Wirbelsäule wird ermöglicht durch die Bandscheibe und die hinten liegenden paarigen Wirbelgelenke. Bewegung entsteht durch die große Muskulatur. Die kleinen Muskeln, die den Wirbelgelenken aufliegen und auch an den Gelenkskapseln ansetzen, kontrollieren dabei die korrekte Gleitbewegung der Wirbelgelenke. Passive Strukturen - die Wirbelgelenkskapsel und Bänder -  begrenzen die Beweglichkeit. An der Seite des Bewegungssegmentes treten jeweils die Wirbelsäulennerven aus, deren hinterer Ast die über der Wirbelsäule gelegenen Muskeln und die Haut versorgt. Der vordere Ast des Wirbelsäulennerven versorgt die Muskeln und die Hautsensibilität der Arme und Beine.

Durch einen Verschleiß der Bandscheibe kommt es zu einer verstärkten Belastung der Wirbelgelenke. Es entwickelt sich eine Arthrose  typischerweise im Bereich des 4. Lendenwirbels bis zum 1. Kreuzbeinwirbel oder des 4. bis 7. Halswirbels. Schmerzen der gereizten Wirbelgelenke strahlen aus in den Schulterbereich und in das Gesäß.  Die Kapseln der Wirbelgelenke verdicken sich oder verknöchern um das Gelenk zu stabilisieren.

In diesem Wettereck der Wirbelsäule - liegen Wirbelgelenk, Wirbelsäulennerv und Bandscheibe eng benachbart. Fast alle diese Strukturen können an einem akutem oder chronischen Schmerzgeschehen beteiligt sein.

Die  "Beengung" des Wirbelsäulennerven in diesem Wettereck ist ein weiteres Problem. Die Folge ist ein Neuropathie, d.h. der Nerv wird gegenüber normalen Reizen überempfindlich.  Der Schmerz wird in den Hautarealen und den Muskeln empfunden, die durch den entsprechenden Nerven versorgt werden.  Die Überempfindlichkeit des Nerven kann durch eine Kombination von lokaler und medikamentöser Behandlung gedämpft werden.

Degenerative Veränderungen schmerzen nicht immer. Erst durch einen Unfall, z.B. ein Schleudertrauma, oder eine haltungsbedingte Überlastung wird die Arhrose schmerzaktiv. Deswegen ist auch nicht das Röntgenbild alleine entscheiden, sondern die Bildgebung zusammen mit einer klinischen Untersuchung und der Reaktion auf eine bildkontrollierte Infiltration des Schmerzverursachers.

Bei einem akutem Bandscheibenvorfall besteht meist eine Ausstrahlung des Schmerzes in den Unterarm bzw. den Unterschenkel. Durch die Untersuchung werden Zeichen einer Nervenreizung oder einer sensorischen und motorischen Störung gesucht. Wenn das Bandscheibengewebe in Kontakt mit der Wurzel des Wirbelsäulennervens kommt entsteht eine ausgeprägte Entzündung. Dies ist der Grund für die starken akuten Schmerzen. Eine Injektion, die die Medikamente in der Umgebung der Nervenwurzel bringt, lindert die Aufquellung und Entzündung und den dadurch verursachten Schmerz. Solche bildkontrollierten Injektionen werden epidurale oder periradikuläre Infiltrationen genannt. Normalerweise schrumpft der Bandscheibenvorfall innerhalb von Wochen und verliert darüber den Kontakt zur Nervenwurzel. Auch ohne Operation ist damit eine vollständige Ausheilung möglich.

Eine Indikation zur Operation besteht dann, wenn Medikamente und bildkontrollierte Infiltrationen keine Besserung des starken Schmerzes ereichen können oder wenn sich eine ausgeprägte Schwäche der betroffenen Muskeln (z.B. Fußheber- oder Fußsenkerschwäche) entwickelt. In den anderen Fällen sollte nicht operiert werden, da sich als Folge der Operation in wenigen Prozenten eine Vernarbung um den Wirbelsäulennerven entwickelt, die zu sehr schwer behandelbaren Schmerzen führt.