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Dr. Jochen Knies
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Fokussierte Stoßwellentherapie der Plantarfascie

:: Der plantare Fersensporn der Fußsohle - Plantarfasciitis

Treten die Schmerzen beim Auftreten unter der Ferse auf liegt eine Entzündung der Verspannung der Fußsohle vor, die Plantarfasciitis. Diese läßt sich in der Sonografie darstellen durch die meßbare Verdickung der Fascie. Im Verlauf kann eine Verknöcherung des Ansatzes der Plantarfascie am Fersenbein entstehen, der plantare Fersensporn, der in der Röntgenaufnahme dargestellt wird. 

Bei dem plantarem Fersensporn / der Plantarfasciitis gehört die fokussierte Stoßwellentherapie zu den am besten untersuchten Verfahren und zeigt äußerst seltene geringe Nebenwirkungen in Form einer Schwellung oder eines Blutergusses. Die Behandlung durch Stoßwelle wird dreimal im Abstand von einer Woche durchgeführt. Nach 6 Wochen wird durchschnittlich eine Verminderung der Schmerzen von 6  auf 2 von 10 (Schmerzskala) erreicht. Die sonografisch darstellbare Verdickung der Plantarfascie bildet sich zurück, der radiologisch darstellbare Fersensporn bleibt erhalten. Die Schmerzreduktion ist auch nach 1 bis 2 Jahren weiter beständig.

Bei akuten Beschwerden kann eine Cortisoninjektion eine deutliche Verbesserung erbringen. Wiederholt sollte sie nicht durchgeführt werden, weil es auch hier zu einer Einrissen der Plantarfascie oder zu einer Schädigung des Fettpolsters unter der Ferse kommen kann. Daneben wird eine Erleichterung durch Einlagen mit einer Aussparung unter dem Fersensporn erreicht. Krankengymnastisch können Dehnübungen der Zehenbeuger (und der Wadenmuskulatur) durchgeführt werden.

 

:: Der hintere Fersensporn am Ansatz der Achillessehne

Fokussierte Stoßwellentherapie des Achillessehnenansatzes

Der schmerzhafte Achillessehneansatz am Fersenbein - der dorsale Fersenspron - ist ein häufiges Problem. Bei Leichtathleten wird die Häufigkeit sogar mit 6 bis 18% angegeben.

Die fokussierte Stoßwellentherapie kann in 60 bis 80% der Fälle die Beschwerden bessern. Sie ist eine wichitige Option in der Therapie des Fersensporns, insbesondere da keine ernsthaften Nebenwirkungen beschrieben wurden. Es werden drei  Behandlungen des Achillessehnenansatzes von 20 min Dauer im Abstand von je einer Woche durchgeführt. Die verwendete Schallenergie kann im Verlauf der Einzelbehandlung und von Behandlung zu Behandlung gesteigert werden.

Die übliche konservative Therapie umfasst Entlastung durch Erhöhung des Absatzes, Einlagenversorgung und weiche Fersenkappen, antientzündliche Medikamente und Krankengymnastik.
Die operative Therapie ist den schweren chronischen Verlaufsformen vorbehalten. Hierbei werden degenerativ veränderte Sehnenanteile entfernt und knöcherne Vorsprünge abgetragen.

:: Achillodynie

Die schmerzhafte Verdickung der Achillessehne etwa 3 bis 6 cm oberhalb ihres Ansatzes am Fersenbein ist bekannterweise schwierig zu behandeln. In den letzten Jahren wurde die Wirkung der radialen und fokussierten Stoßwelle durch verschiedenen Studien überprüft. Bei 50 bis 60 % der Patienten kann eine Verbesserung dieses sonst sehr chronischen Krankheitsbildes erzielt werden.

Die Standardtherapie besteht aus eine Absatzerhöhung, einer Bandage der Achillessehne, Eisbehandlung, Querfriktionen der Achillessehne und einer Reduktion der Belastung. Keine anhaltende Verbesserungen erbringen Schmerzmittel. Bei sehr akuten Beschwerden mit einem Flüssigkeitssaum um die Achillessehne können auch Injektionen einen guten Erfolg erreichen. Bei chronischen Beschwerden oder einer Teilruptur kann operiert werden.

Gut untersucht ist inzwischen die Wirkung von exzentrischen Muskelübungen auf die Achillessehne. Diese bringen einen im Vergleich zur Stoßwelle ähnlichen Erfolg. Sie müssen dazu allerdings täglich über 3 Monate immer an der Schmerzgrenze durchgeführt werden.

Einen weiteren Ansatzpunkt bildet die Behandlung von Gefäßneubildungen um die Achillessehne mit sklerosierenden Substanzen. Diese sind allerdings nicht für diese Behandlung zugelassen. Diese Behandlungsform muß deswegen als experimentell eingestuft werden.

Die Sehnenheilung wird über NO Molekül Bildung angeregt. Deswegen können bestimmte Herzmedikamente im Bereich der Sehne aufgebracht werden. Auch diese Medikamente sind für diese Behandlungsform nicht zugelassen. Häufigste Nebenwirkung sind Kopfschmerzen.

 

Literatur:

Furia (2006) untersuchte die Wirkung einer einzelnen fokussierten Stoßwellenbehandlung bei Achillessehnenansatzschmerz. Der Schmerz konnte von 8 vor der Behandlung auf 4 einen Monat nach der Behandlung und 3 ein Jahr nach der einzelnen Behandlung gesenkt werden. Der Schmerz wurde auf einer Visuellen Analogskala von den Patienten angegeben. 0 bedeute keine Schmerzen, 10 bedeutet stärkste Schmerzen.
In einer Vergleichsgruppe, die nicht behandelt wurde betrug der Schmerz 8 vor der Behandlung, 8 einen Monat und 7 ein Jahr nach Beginn der Untersuchung.

Furia, John Patrick: High-energy extracorporeal shock wave therapy as a treatment for insertional Achilles tendinopathy. In: Am J Sports Med  34 (2006) Nr. 5, S. 733-40

Furia, J. P.: Extrakorporale Stosswellentherapie zur Behandlung der Achillessehnentendinopathie. In: Der Orthopäde  34 (2005) Nr. 6, S. 571-8

In Deutschland werden üblicherweise 3 Behandlungen durchgeführt. Als Zielwert sollten 2000 Impulse mit einer Energieflußdichte von bis zu 20mJ/mm2 pro Behandlung erreicht werden. Unter dieser Behandlung wurde die Besserung nach 6 bis 12 Wochen in Studien dokumentiert (Rompe 2008).

Rompe, Jan D., Furia, John und Maffulli, Nicola, "Eccentric loading compared with shock wave treatment for chronic insertional achilles tendinopathy. A randomized, controlled trial," J Bone Joint Surg Am, 2008, 52-61.

Segesser, Bernhard ; Wind, Björn: Differentialdiagnosen der Achillodynie. In: Orthopädieschuhtechnik (2003) Nr. 11, S. 22-26

Lohrer, H. ; Arentz, S.: Die Impingementläsion der distalen Achillessehne bei Bursitis subachillae und Haglund-Pseudoexostose--eine therapeutische Herausforderung. In: Sportverletz Sportschaden  17 (2003) Nr. 4, S. 181-8